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Berufsunfähigkeitsrente

Die wichtigsten Informationen zur BU-Rente im Überblick!

Der Gesetzgeber hat den Anspruch auf die staatliche Berufsunfähigkeitsrente im Jahr 2001 für alle Bürger, die nach dem 01.01.1961 geboren wurden, abgeschafft. Aus dem Grund sollten die meisten Berufstätigen privat über eine Berufsunfähigkeitsversicherung vorsorgen.

Diese bezahlt die versicherte Berufsunfähigkeitsrente, wenn Sie Ihren Beruf aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls zu mindestens 50 Prozent voraussichtlich für mindestens 6 Monate nicht mehr ausüben können. Sind diese Voraussetzungen erfüllt und ein Arzt kann das bestätigen, können Sie Ihre BU-Rente beim Versicherer beantragen.

Wir möchten mit diesem Artikel die wichtigsten Fragen zur Berufsunfähigkeitsrente beantworten. Darüber hinaus erklären wir, auf was Sie bei der Beantragung der BU-Rente im Leistungsfall achten müssen und welche Unterstützung Sie vom Staat bei einer Berufsunfähigkeit tatsächlich erhalten.

Berufsunfähigkeitsrente: Wann wird gezahlt?

Wenn Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben, erhalten Sie die Berufsunfähigkeitsrente, wenn folgende Voraussetzungen gleichzeitig erfüllt werden:

  • 50 Prozent-Regel: Der zuletzt ausgeübte Beruf kann von Ihnen zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausgeübt werden.
  • Ursache: Es muss eine Krankheit, Körperverletzung (z.B. Unfall) oder Kräfteverfall die Ursache dafür sein, dass Sie Ihren Beruf zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben können.
  • Dauer: Die Ursache – beispielsweise eine Krankheit – muss entweder bereits 6 Monate bestehen oder voraussichtlich mindestens 6 Monate ununterbrochen andauern.

Wenn die genannten Voraussetzungen erfüllt werden, sind die Chancen auf die Auszahlung der BU-Rente sehr gut, wie Sie weiter unten in unserem Beitrag noch erfahren werden (Stand: 2019).

Leistungsbeispiel: Zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig!

Ein Softwareentwickler kann aufgrund einer Multiple Sklerose (Nervenkrankheit) nicht mehr länger als 4 Stunden pro Tag arbeiten, da er mit Bewegungs- und Sehstörungen zu kämpfen hat. Da seine regelmäßige Arbeitszeit normalerweise 8 Stunden pro Tag beträgt, wäre er nun berufsunfähig, denn er kann nur noch zu 50 Prozent (4 statt 8 Stunden) seiner Tätigkeit nachgehen.

In der Praxis kann es auch vorkommen, dass Ihnen Sie eine Schlüsselqualifikation aufgrund einer Krankheit verloren haben. Man denke beispielsweise an die Sprach oder das Hören. In den Fällen wird nicht selten von zeitlichen Einschätzungen wie in unserem Beispiel abgewichen und der Versicherer muss dann trotzdem leisten.

Rückwirkende Zahlung bei Berufsunfähigkeit!

Die Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente erfolgt in der Regel rückwirkend von Beginn der Ursache. Wenn Sie beispielsweise am 08.01. eines Jahres einen Schlaganfall erleiden würden und die Berufsunfähigkeit erst nach 4 Monaten durch den Versicherer anerkannt wird, erhalten Sie die Berufsunfähigkeitsrente in der Regel rückwirkend zum 08.01., da zu diesem Zeitpunkt die Ursache eingetreten ist und Sie von da an dauerhaft zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig waren.


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Wie lange wird die Berufsunfähigkeitsrente gezahlt?

Wenn der Versicherer die Leistung erst einmal anerkannt hat, wird die Berufsunfähigkeitsrente so lange gezahlt, wie die gesundheitlichen Beschwerden anhalten. Spätestens zum Ablauf der vereinbarten Vertragslaufzeit stellt der Versicherer die Rentenzahlung ein.

Das sollte im Idealfall der Beginn der Altersrente mit 67 Jahren sein. In vielen Fällen endet wie bereits erwähnt, die Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente aber schon früher. Nämlich dann, wenn die oben genannten Voraussetzungen nicht mehr vorliegen, sprich der Versicherte wieder gesund ist.

In der Praxis beträgt die durchschnittliche BU-Rentenzahlungsdauer übrigens 6,5 Jahre. Das geht aus einer Studie der PremiumCircle Deutschland GmbH aus dem Jahr 2017 hervor, welche das Leistungsverhalten der Versicherer untersucht haben.

Redaktionstipp!

Wird die BU-Rentenzahlung vor Ablauf der Vertragslaufzeit eingestellt, weil Sie beispielsweise wieder gesund sind, verlieren Sie nicht den Versicherungsschutz. Sie nehmen in dem Fall die Beitragszahlung wieder auf und sind dann weiterhin gegen Berufsunfähigkeit versichert. Man kann also auch öfter als einmal während der Laufzeit Leistungen aus seiner BU beanspruchen.

Versicherer haben während die Berufsunfähigkeitsrente ausgezahlt wird das Recht, in regelmäßigen Abständen zu prüfen, ob weiterhin eine Berufsunfähigkeit vorliegt. Und das wird in der Praxis auch gemacht und nennt sich Nachprüfung.

Gerade in älteren Vertragsbedingungen und auch in vielen heutigen Tarifbedingungen ist geregelt, dass der Versicherte sich aktiv beim Versicherer melden muss, wenn sich seine gesundheitliche Situation verbessert hat.

In guten Tarifen verzichtet der BU-Versicherer auf die Pflicht zu Meldung von gesundheitlichen Verbesserungen.

Vorsicht Falle: Meldung bei gesundheitlichen Verbesserungen!

Sie sollten beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung darauf achten, dass in den Vertragsbedingungen geregelt ist, dass gesundheitliche Verbesserungen im Leistungsfall nicht aktiv von Ihnen gemeldet werden müssen. Denn ansonsten kann es passieren, dass Sie im Leistungsfall zu viel gezahlte BU-Renten wieder an den Versicherer zurückzahlen müssen. Aus unserer Sicht ist es für einen Versicherten sehr schwer, selbst einzuschätzen, wann im Leistungsfall eine Meldung an die Versicherung erfolgen müsste und wann nicht.

Wie hoch sollte die Berufsunfähigkeitsrente sein?

Diese Frage wird uns sehr oft gestellt und ist gar nicht so einfach zu beantworten. Grundsätzlich soll die Berufsunfähigkeitsrente so hoch sein, dass Sie im Falle einer Berufsunfähigkeit Ihren Einkommensverlust ausgleichen können.

Wer eine schnelle Antwort möchte: „Mit 80 bis 90 Prozent Ihres Nettoeinkommens sind die meisten aus unserer Sicht ganz gut versichert.“ Für diejenigen, die es ausführlicher möchten, empfehle ich unseren Beitrag: Berufsunfähigkeitsrente Höhe.

Höhe Berufsunfähigkeitsrente

Die BU-Rente sollte mindesten 80 % Ihres Nettoeinkommens abdecken!

In der Praxis ist eine hundertprozentige Absicherung des Nettoeinkommens nicht bei allen Anbietern möglich. Das liegt an den sogenannten Annahmerichtlinien der Versicherer.

Denn dort wird beispielsweise geregelt, dass die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente maximal 80 % Ihres Nettoeinkommens betragen darf.

Bei vielen Anbietern können Sie mittlerweile bis maximal 60 % Ihres Bruttoeinkommens versichern. Das hört sich erst einmal hoch an, relativiert sich aber schnell wieder aufgrund der Abzüge, wie beispielsweise Beiträge für die Krankenversicherung, die im Falle einer Berufsunfähigkeit selbst getragen werden müssen.

Vorsicht Falle!

Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, dass die Berufsunfähigkeitsrente eine ausreichende Höhe hat, um den Lebensstandard zu sichern. Denn Hartz 4 wird auf die Rentenzahlung aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung angerechnet. In der Praxis bedeutet das dann, Sie würden zwar die vereinbarte BU-Rente vom Versicherer erhalten, aber das Sozialamt kürzt Ihnen die Leistung.

Abzüge bei der BU-Rente: Krankenkasse und Steuern!

In Deutschland haben wir eine gesetzliche Krankenversicherungspflicht. Das heißt, jeder muss eine Krankenversicherung haben, auch wenn man berufsunfähig ist.

Für den Fall, dass Sie gesetzlich krankenversichert sind und eine Berufsunfähigkeitsrente von einem privaten Versicherer erhalten, können Sie ungefähr 18 % der Berufsunfähigkeitsrente als Krankenkassenbeitrag abziehen:

Berufsunfähigkeitsrente nach Abzug Krankenkassenbeitrag:

Berufsunfähigkeitsrente2.000 €
– Krankenkassenbeitrag 14,0 %280 €
– Zusatzbeitrag der Krankenkasse 0,9 %18 €
– Pflegepflichtversicherung 3,3 %*66 €
= Netto BU-Rente vor Steuern:1.636 €

*Berechnung für Kinderlose ab Alter 23. Mit Kindern liegt der Beitrag bei 3,05 % (Stand: 2019).

Wenn Sie in der privaten Krankenversicherung sind, gilt der individuelle Beitrag, den Sie mit Ihrem Krankenversicherer vereinbart haben. Im Gegensatz zu Selbständigen vergessen Angestellte gerne, dass Sie im Leistungsfall den Arbeitgeberbeitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung selbst tragen müssen.

Das bedeutet in der Praxis, dass die Berufsunfähigkeitsrente je nach persönlicher Situation in ausreichender Höhe abgeschlossen werden sollte.

Redaktionstipp für Verheiratete!

Verheiratete können bei Ihrem Ehepartner kostenlos in die sogenannte Familienversicherung eintreten, sofern dieser in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist. Dann würde man sich die Krankenkassenbeiträge sparen.

Muss ich die Berufsunfähigkeitsrente versteuern?

Neben den Beiträgen für die Krankenversicherung unterliegt die BU-Rente auch einer Besteuerung. Allerdings dürfte die Steuer bei den allermeisten nicht wirklich ins Gewicht fallen, außer Sie haben die Berufsunfähigkeitsversicherung im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge oder als Rürup Rente abgeschlossen.

Für alle anderen gilt, dass nur ein kleiner Anteil von der Steuer betroffen ist. Damit Sie einen ungefähren Richtwert haben: “Eine ledige Person mit einer monatlichen Berufsunfähigkeitsrente von 2.500 Euro würde aufgrund von steuerlichen Freibeträgen in den meisten Fällen überhaupt keine Steuer entrichten müssen”.

Vorausgesetzt es gibt keine weiteren Einkünfte neben der Berufsunfähigkeitsrente. Wenn Sie mehr zum Thema Besteuerung der BU-Rente wissen möchten, lesen Sie gerne unseren Beitrag: Berufsunfähigkeitsversicherung Steuer.

Berufsunfähigkeitsrente: Hinzuverdienst möglich, oder nicht?

Ein weiterer Punkt den Verbraucher gerne bei der Berechnung der Berufsunfähigkeitsrente berücksichtigen ist; ob ein Zuverdienst beispielsweise über einen 450 € Job, möglich ist, wenn der Leistungsfall tatsächlich eingetreten ist?

Sollten Sie eine BU-Rente von einem Versicherer erhalten, dürfen Sie grundsätzlich noch einer Nebenbeschäftigung nachgehen und Geld hinzuverdienen. Dabei sollten bestimmte Einkommensgrenzen, die Sie in den Bedingungen der Versicherer nachlesen können, nicht überschritten werden.

Krankengeld und Berufsunfähigkeitsrente gleichzeitig?

Wir erhalten immer wieder die Frage, wie im Leistungsfall die Krankenkasse auf eine Berufsunfähigkeitsrente reagiert. Konkret geht es darum, ob das Krankengeld mit einer Berufsunfähigkeitsrente gleichzeitig gezahlt werden darf?

In der Praxis kommt es nicht selten zu einer Überschneidung beider Leistungen. Denn eine Berufsunfähigkeitsrente wird wie bereits oben beschreiben in vielen Fällen rückwirkend gezahlt, von Beginn der Erkrankung.

Da die Beantragung einer BU-Rente laut dem unabhängigen Analyseinstitut Franke und Bornberg durchschnittlich 125 Tage dauert, kommt es zwangsläufig zu Überschneidungen.

Laut einem Urteil des Sozialgerichts Trier aus dem Jahr 2011 darf eine gesetzliche Krankenkasse Ihre Krankengeldzahlungen nicht zurückfordern und aufrechnen.

Achtung Private Krankenversicherung!

Das Urteil gilt nicht für privat Krankenversicherte. Hier haben die Gerichte in der Vergangenheit oftmals zugunsten der privaten Krankenversicherung entschieden. Das bedeutet, dass die Berufsunfähigkeitsrente teilweise mit dem Krankentagegeld verrechnet wird. Wie es im Einzelfall genau geregelt ist, sollten Sie in den Vertragsbedingungen Ihrer privaten Krankenversicherung nachlesen. Denn im Ernstfall würden Sie sich mit dieser auseinandersetzen müssen.

Berufsunfähigkeitsrente: Tarife vergleichen!

Wer für sich nun eine passende Berufsunfähigkeitsversicherung sucht, sollte die Tarife unbedingt miteinander vergleichen. Dabei können Sie aus unserer Erfahrung über die komplette Laufzeit mehrere tausend Euro sparen, ohne dabei auf Leistungen verzichten zu müssen.

Der Grund liegt darin, dass sich die Top-Tarife der Versicherer hinsichtlich ihrer Leistungen kaum unterscheiden, aber die Anbieter jeden Beruf in unterschiedliche Risikoklassen einstufen. Sie können also nur über einen Tarifvergleich herausfinden, welcher Versicherer Ihren Beruf besonders günstig versichert.

Weitere Informationen zur Beitragskalkulation und den Kostentreibern finden Sie in unserem Beitrag: Berufsunfähigkeitsversicherung Kosten.

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Berufsunfähigkeitsrente beantragen: Wie funktioniert das?

Tritt der Leistungsfall ein, sprich, Sie sind berufsunfähig, müssen Sie die Berufsunfähigkeitsrente beantragen. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass wenn Sie beim Abschluss der Versicherung alles richtig gemacht haben und Sie wirklich berufsunfähig sind, wird die Versicherung auch leisten.

Es werden über 80 Prozent der Leistungsanträge von den Versicherern anerkannt. Das ergab eine Analyse des renommierten unabhängigen Ratinginstitut Franke und Bornberg. Damit liegt die private Berufsunfähigkeitsversicherung vor der Deutschen Rentenversicherung, wo nur die Hälfte anerkannt wurde. Der häufigste Grund einer Ablehnung ist, dass der Versicherte nicht berufsunfähig ist.

Wie hoch die sogenannte Leistungsquote bei den Anbietern tatsächlich ist, können Sie in unserem Beitrag: Leistungsquote in der Berufsunfähigkeitsversicherung nachlesen. Hier haben wir die Kennzahlen veröffentlicht.

Infografik: Berufsunfähigkeitsrente

Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll

In der Praxis müssen Sie dem Versicherer nachweisen, dass Sie berufsunfähig sind. Und dazu ist in den meisten Fällen Sachkenntnis nötig. Andernfalls dauert entweder die Bearbeitung durch den Versicherer sehr lange oder im schlimmsten Fall wird abgelehnt.

Wir raten deshalb dazu, sich professionell beraten zu lassen, und zwar bevor Sie den Leistungsfall bei Ihrem Versicherer melden. Entweder wenden Sie sich an einen Versicherungsberater, der sich auf die Leistungsfallbearbeitung von Berufsunfähigkeitsversicherungen spezialisiert hat oder Sie nehmen mit einem Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Versicherungsrecht Kontakt auf.

Idealerweise sollte der Anwalt auch schon Fälle in diesem Bereich bearbeitet haben. Unsere Kunden, die über ONVERSO eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben, erhalten von uns im Leistungsfall einen kostenlosen professionellen Leistungsservice.

Wir arbeiten hier mit einer anerkannten Rechtsanwaltskanzlei, die Sie dabei unterstützt Ihrer Leistungen zu erhalten. Damit Sie besser einschätzen können, was auf Sie zukommen kann, hier einmal eine kurze Beschreibung.

In 5 Schritten Berufsunfähigkeitsrente beantragen:

  • Feststellung durch einen Arzt: Zu Beginn steht immer eine ärztliche Beurteilung Ihrer gesundheitlichen Situation. Das heißt, Ihr behandelnder Arzt muss einschätzen, ob Sie Ihren Beruf zu mindestens 50 Prozent voraussichtlich für mindestens 6 Monate nicht mehr ausüben können. Ohne diese ärztliche Feststellung einer Berufsunfähigkeit sind die Chancen auf eine Auszahlung der Berufsunfähigkeitsrente sehr gering.
  • Schriftlichen Antrag stellen: Laut der Versicherungsberaterin Angela Baumeister, ist es sinnvoll die Berufsunfähigkeitsrente schriftlich und unter keinen Umständen telefonisch zu beantragen. Grund ist, dass man sich am Telefon eventuell missverständlich ausdrückt oder wichtige Dinge vergisst zu erwähnen. Deshalb unbedingt schriftlichen Antrag stellen und auf die Unterlagen des Versicherers warten.
  • Prüfung durch den Versicherer: Der Versicherer prüft nun anhand der eingereichten Unterlagen, ob und ab wann er die Berufsunfähigkeitsrente an Sie auszahlen kann. Wenn die Unterlagen nicht vollständig aus nicht aussagekräftig genug sind, werden weitere Nachweise gefordert.
  • Entscheidung: Wenn alle Unterlagen für die Beurteilung vorliegen, trifft der Versicherer eine sogenannte Leistungsfallentscheidung. Im Idealfall wird dann die Berufsunfähigkeitsrente ans Sie ausgezahlt.

Die Beantragung einer Berufsunfähigkeitsrente ist aufgrund der vielen Nachweise die Versicherte liefern müssen, sehr aufwendig. Vor allem die Aufbereitung sämtlicher Unterlagen für den Versicherer kostet erfahrungsgemäß sehr viel Zeit und Fachkenntnisse. Aus dem Grund empfehlen wir Betroffenen sich professionelle Unterstützung zu suchen.

Staatliche Berufsunfähigkeitsrente: Wer hat noch Anspruch?

Doch wie sieht es eigentlich mit der staatlichen Berufsunfähigkeitsrente aus? Grundsätzlich wurde diese für alle gesetzlich Rentenversicherten, die nach dem 01.01.1961 geboren wurden, im Jahr 2001 durch die damalige Rentenreform abgeschafft.

Dieser gravierende Einschnitt betrifft die allermeisten Berufstätigen in Deutschland. Sie haben nur noch einen Anspruch auf die sogenannte Erwerbsminderungsrente, die erst dann leistet, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen keiner Erwerbstätigkeit mehr voll nachgehen können.

Der ausgeübte Beruf spielt dabei keine Rolle. Ebenso wenig, ob der Arbeitsmarkt Sie derzeit beschäftigen kann (Klicken Sie hier, wenn Sie nach 01.01.1961 geboren sind).
Wer allerdings vor diesem Stichtag geboren wurde, kann weiterhin einen Anspruch auf Berufsunfähigkeit bei der gesetzlichen Rentenversicherung geltend machen, wenn folgende Voraussetzungen gleichzeitig erfüllt werden:

  • Warte- und Beitragszeiten erfüllt: Sie müssen mindesten 5 Jahre in die Deutsche Rentenversicherung eingezahlt (auch Ersatzzeiten, beispielsweise für die Kindererziehung werden berücksichtigt) und 3 Jahre vor Eintritt der Berufsunfähigkeit Beiträge gezahlt haben.
  • Sie wurden vor dem 02.01.1961 geboren
  • Gesundheitliche Voraussetzungen: Laut dem § 240 SGB VI ist man berufsunfähig, wenn die Erwerbsfähigkeit wegen Krankheit oder Behinderung im Vergleich zur Erwerbsfähigkeit von körperlich, geistig und seelisch gesunden Versicherten mit ähnlicher Ausbildung und gleichwertigen Kenntnissen auf weniger als sechs Stunden gesunken ist (Quelle: Sozialgesetzbuch).
  • Verweisung: Weiter heißt es im Gesetz; dass nicht nur der zuletzt ausgeübte Beruf bei der Prüfung für die Berufsunfähigkeitsrente berücksichtigt wird, sondern auch vergleichbare Tätigkeiten, die zumutbar sind. Explizit wird darauf hingewiesen, dass die jeweilige Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt wird.

Man erkennt schnell, dass die Voraussetzungen, um die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente zu erhalten, sehr streng sind. Vor allem im Vergleich zu einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung.

Wie hoch ist die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente?

Derzeit würden Sie bei einer Anerkennung der Berufsunfähigkeit rund 50 Prozent, der für Sie geltenden Erwerbsminderungsrente erhalten.

Redaktionstipp!

Die Höhe Ihres aktuellen Anspruchs auf Erwerbsminderungsrente finden Sie in Ihrer letzten Renteninformation (auch Rentenbescheid genannt). Von diesem Wert würde dann die Hälfte ausgezahlt werden, wenn Sie die Voraussetzungen für die staatliche Berufsunfähigkeitsrente erfüllen. So könnten Sie beispielsweise der Höhe der gesetzlichen Berufsunfähigkeitsrente berechnen.

Da die durchschnittliche Höhe der staatlichen Erwerbsminderungsrente bei monatlich 735 Euro liegt, lässt sich leicht erkennen, dass die Berufsunfähigkeitsrente (50 % der Erwerbsminderungsrente) in den seltensten Fällen einen ausreichenden Schutz gegen Berufsunfähigkeit bietet.

Staatliche Erwerbsminderungsrente: Wenn nichts mehr geht!

In unseren Beratungen stellen wir immer wieder fest, dass sich viele auf die staatliche Erwerbsminderungsrente verlassen. Fakt ist aber, dass gerade junge Menschen gar keinen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente haben und selbst Ältere einen viel zu geringen, der oftmals nicht einmal den Lebensunterhalt finanzieren könnte.

Der Anspruch entsteht, genau wie bei der staatlichen Berufsunfähigkeitsrente, erst, wenn Sie mindestens 5 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt und zudem die letzten 3 Jahre vor Eintritt der Erwerbsminderung Pflichtbeiträge bezahlt haben.

Achtung: Studenten und Berufseinsteiger!

Gerade Studenten oder Berufseinsteigern fehlen die Beitrags- und Wartezeiten und damit der Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente. Auch das ist ein Grund sich möglichst früh privat gegen Berufsunfähigkeit zu versichern!

Weitere Irrtümer bestehen bei der Leistungsvoraussetzung, sowie die Höhe der Erwerbsminderungsrente. In der nachfolgenden Tabelle stellen wir einmal dar, wann welche Ansprüche überhaupt entstehen.

Darstellung Anspruch auf staatliche Erwerbsminderungsrente:

Erwerbsfähigkeit pro Tag in StundenHöhe Erwerbsminderungsrente
Über 6 Stundenkeine Rente
Zwischen 3 bis unter 6 Stundenhalbe Erwerbsminderungsrente, circa 18 % des letzten Brutto-Einkommens
Zwischen 0 bis unter 3 Stundenvolle Erwerbsminderungsrente, circa 38 % des letzten Brutto-Einkommens

Bei den Angaben aus der Tabelle handelt es sich um grobe Richtwerte. Der Anspruch ist in jungen Jahren wesentlich geringer und baut sich im Laufe des Berufslebens langsam auf. Sie können also nicht pauschal davon ausgehen, dass Sie 38 % Ihres aktuellen Bruttoeinkommens bei einer eintretenden vollen Erwerbsminderung erhalten.

Genaue Werte liefert Ihnen die Renteninformation, die jeder gesetzlich Rentenversicherte der bereits Rentenansprüchen aufgebaut hat, ab dem 27. Lebensjahr jährlich per Post erhält.

Wichtig ist auch zu verstehen, dass die staatliche Erwerbsminderungsrente hohe Leistungshürden hat, die nicht mit der gesetzlichen Berufsunfähigkeitsrente vergleichbar sind.

Es wird hier die allgemeine Arbeitsfähigkeit geprüft. Dabei spielen die beruflichen Erfahrungen, soziale Stellungen oder Ausbildungen keine Rolle. Laut offiziellen Zahlen der gesetzlichen Rentenversicherung wurden im Jahr 2018 insgesamt 342.294 Anträge auf Erwerbsminderung gestellt. Ungefähr die Hälfte (148.607) der Anträge wurde abgelehnt.

Beispiel: Ablehnung Erwerbsminderungsrente!

Wenn Sie als Ingenieur an einer Depression mit Konzentrationsstörungen erkranken und dadurch die hohen beruflichen Anforderungen, die an Sie gestellt werden, nicht mehr erfüllen können, muss das kein Grund für die Zahlung einer Erwerbsminderungsrente sein. Wenn Sie aus medizinischer Sicht fähig wären, mit Ihren Symptomen beispielsweise über 6 Stunden pro Tag als Pförtner arbeiten zu können, würde man Ihnen die Zahlung einer gesetzlichen Erwerbsminderungsrente verweigern können. In diesem Beispiel wären Sie noch arbeitsfähig. Ob Sie tatsächlich einen Job als Pförtner finden würden, wird bei der Leistungsprüfung nicht berücksichtigt.

An dem Beispiel und den Richtwerten aus der Tabelle, wird schnell klar, dass viele Menschen, wenn Sie länger erkranken, einen wirtschaftlichen und sozialen Abstieg hinnehmen müssten, vorausgesetzt sie haben nicht in ausreichender Höhe privat vorgesorgt.

Achtung: Steuern und Sozialabgaben!

Sowohl auf die staatliche Erwerbsminderungs- als auch Berufsunfähigkeitsrente müssen Steuern und Sozialabgaben geleistet werden. Wenn Sie beispielsweise einen monatlichen Anspruch auf m1.000 Euro gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente hätten, würde Ihnen nach Abzug von Sozialversicherung (Kranken- und Pflegepflichtversicherung) je nach Beitragshöhe circa 890 € netto übrigbleiben. Steuern würden auf diesen geringen Betrag wahrscheinlich nicht anfallen.

Deshalb ist eine zusätzliche Vorsorge über eine private BU-Versicherung sehr sinnvoll, um das Risiko abzusichern (Mehr Informationen unter: Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll).

Anrechnung Erwerbsminderungsrente an Berufsunfähigkeitsrente

Die Berufsunfähigkeitsrente aus einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung wird übrigens nicht bei der Erwerbsminderungsrente angerechnet. Für den Fall, dass Sie erwerbsgemindert sind, würden beide Rentenzahlungen vollständig ohne gegenseitige Anrechnung an Sie ausgezahlt werden.

Aus dem Grund rechnen auch viele Verbraucher mit der Erwerbsminderungsrente aus der Deutschen Rentenversicherung, wenn sie Ihre Versorgungslücke berechnen.

Doch eines sollte man dabei nicht vergessen; Erwerbsminderung ist die letzte Stufe und viele Leistungsanträge werden von der Deutschen Rentenversicherung abgelehnt.

Fazit

Eine richtige staatliche Absicherung bei Berufsunfähigkeit gibt es leider nicht. Weder für die alten noch für die jungen Bürger. Jeder der auf sein Einkommen angewiesen ist, sollte eine angemessen hohe Berufsunfähigkeitsrente über eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen.

Denn Sie müssen neben Ihren normalen Ausgaben noch die Abzüge wie Krankenkassenbeiträge und Steuern berücksichtigen. Als einfache Faustformel sollten 80 bis 90 Prozent des aktuellen Nettoeinkommens abgesichert werden.

Gezahlt wird die BU-Rente wenn Sie dauerhafte gesundheitliche Beschwerden haben, welche die Ausübung Ihres Berufs zu mindestens 50 Prozent beeinträchtigen.

Die Rente erhalten Sie dann so lange die Beschwerden vorliegen, längstens bis zum Ende der Vertragslaufzeit. Idealerweise liegt dieses bei 67 Jahren.

Vor dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Sie unbedingt sämtliche Tarife vergleichen, denn die Preisunterschiede sind enorm. Mit einem Vergleich können Sie über die komplette Vertragslaufzeit mehrere tausend Euro sparen, ohne dabei auf wichtige Leistungen verzichten zu müssen. Nutzen Sie dazu unseren kostenlosen Service.

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Quellen:

  • Autor: Björn Maier
  • https://www.premiumcircle.de/fachinformation/ (Abruf 15.10.2019)
  • www.versicherungsberaterin.net, Angela Baumeister (Abruf 16.10.2019)
  • www.franke-bornberg.de, BU-Leistungspraxisstudie 2019 (Abruf 16.10.2019)
  • Landesrecht online (Abruf 16.10.2019)
  • Deutsche Rentenversicherung Bund, Broschüre Erwerbsminderungsrenten im Zeitablauf 2019

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