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Prozessquote in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Wie aussagekräftig ist diese Kennzahl wirklich?

Immer mehr Verbraucher achten beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung auf die Prozessquote. Denn in den Medien wird über die BU-Versicherung oftmals sehr negativ und einseitig berichtet. Dabei wird Verbrauchern vielfach suggeriert:

Berufsunfähigkeitsversicherung Prozessquote

Die Prozessquoten der Versicherer sollten in der Praxis nicht überbewertet werden.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt nicht“. Auch wenn der Leistungsanspruch berechtigt wäre. Doch wie sieht es in der Praxis tatsächlich aus? Unabhängige Experten haben in unterschiedlichen Studien und Recherchen herausgefunden, dass diese pauschale Aussage nicht haltbar ist und nur zur großen Verunsicherung bei vielen Verbrauchern führt.

Auch aus diesem Grund klammern sich immer mehr an die Prozessquote, die scheinbar darüber Auskunft geben soll, wie zahlungswillig eine Berufsunfähigkeitsversicherung in der Praxis tatsächlich ist. Doch können Verbraucher daraus wirklich ablesen, ob es sich hier um einen guten oder schlechten Anbieter handelt? Wir möchten mit diesem Beitrag über Irrtümer aufklären und eine genaue Übersicht zu dieser Kennzahl geben, damit man sich am Ende ein eigenes Bild zur Aussagekraft der Prozessquote in der Berufsunfähigkeitsversicherung machen kann.

Wer sich intensiv mit dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung beschäftigt, sollte allerdings neben der Prozessquote auch andere Kennzahlen, wie beispielsweise die Leistungsquote, im Auge behalten.

Was Verbraucher anhand der Prozessquote ablesen können!

Das Hauptproblem beim Ablesen der Prozessquote ist wie bei allen Kennzahlen, dass es sich hier nur um eine Momentaufnahme handelt und die Versicherung in Zukunft andere Werte aufweisen kann. Die Gründe für die Veränderung sind recht unterschiedlich und liegen beispielsweise an verbesserten Bedingungswerken. Aber auch eine geänderte Geschäftspolitik kann unter Umständen die Quoten verändern. Die Prozessquoten werden unseres Wissens nach von zwei Anbietern am Markt ausgewertet und zur Verfügung gestellt.

  • Map-Report: Map-Report wird mittlerweile von der VersicherungsJournal Verlag GmbH betrieben und hat in der Vergangenheit die Prozessquote der BU-Versicherer ausgewertet. Dabei wurden sämtliche Prozesse ins Verhältnis mit den Leistungsfällen gesetzt. Leider lässt sich daraus nur schwer ablesen, ob Prozesse zu Recht oder zu Unrecht geführt wurden. Aus diesem Grund ist diese Prozessquote auf jeden Fall zu hinterfragen, da an der reinen Anzahl geführter Prozesse schwer die Qualität des Anbieters abgelesen werden kann. Schließlich müssen Anbieter bei unberechtigten Ansprüchen notfalls auch Gerichtsprozesse führen dürfen. Viel interessanter wäre es, wie hoch die Anzahl verlorener Prozesse ist.
  • MORGEN & MORGEN: M&M ermittelt regelmäßig die Prozessquoten der Berufsunfähigkeitsversicherungen am Markt und lässt die Ergebnisse in das hauseigene Rating einfließen. Hierbei werden anders als beim Map-Report nur diejenigen Prozesse gewertet, welche aufgrund einer abgelehnten Leistung geführt und gleichzeitig verloren wurden. Damit lässt sich zumindest teilweise ablesen, wann ein Versicherer wirklich zu Unrecht einen Gerichtsprozess geführt hat. Dazu muss allerdings ergänzt werden, dass viele Gerichtsprozesse mit einem Vergleich für die Beteiligten enden. Die gerichtlichen Vergleiche werden ebenfalls anteilig in dieser Prozessquote berücksichtigt.

BU-Prozessquoten im Vergleich*

Gesellschaften BU-Prozessquote Jahr 2016 BU-Prozessquote Jahr 2017
AachenMünchener 1,54 % 1,54 %
Allianz 1,21 % 1,30 %
Alte Leipziger 1,49 % 1,13 %
AXA 1,46 % 1,75 %
Barmenia 1,92 % 1,37 %
Basler k.A. k.A.
Bayern Versicherung 1,72 % 2,65 %
Canada Life k.A. k.A.
Community Life k.A. k.A.
Concordia Oeco 0,00 % 0,00 %
Condor 6,49 % 4,05 %
Continentale 0,99 % 0,97 %
CosmosDirekt 1,12 % 2,62 %
DBV 1,46 % 1,75 %
Debeka 0,81 % 0,76 %
Deutsche Ärzteversicherung 0,56 % 0,91 %
DEVK Eisenbahn a.G. 3,70 % 3,73 %
DEVK-Allgemeine 0,00 % 1,43 %
Dialog 0,00 % 0,00 %
die Bayerische 0,00 % 0,00 %
ERGO Leben k.A. k.A.
Familienfürsorge 1,88 % 2,09 %
Generali 1,42 % 1,61 %
Gothaer 1,17 % 2,35 %
Hannoversche Leben 3,70 % 2,39 %
HanseMerkur k.A. k.A.
HDI 1,45 % 1,26 %
Helvetia k.A. k.A.
HUK24 5,25 % 6,61 %
HUK-COBURG 5,25 % 6,61 %
IDUNA Leben 3,24 % 2,30 %
Inter 4,06 % 4,69 %
InterRisk k.A. k.A.
Itzehoer k.A. k.A.
LV 1871 1,97 % 1,47 %
LVM 0,41 % 0,61 %
Mecklenburgische 0,00 % 0,00 %
Münchener Verein 1,43 % 1,81 %
myLife 5,26 % 6,67 %
Nürnberger 2,21 % 2,31 %
Nürnberger Beamten 6,31 %
Öfftl. Berlin 0,00 % 0,00 %
Öfftl. Braunschweig k.A. k.A.
Provinzial Rheinland 0,00 % 0,00 %
Provinzial Nordwest 0,79 %
R+V 0,96 % 1,34 %
Standard Life 4,01 % 3,42 %
Stuttgarter 0,79 % 2,92 %
Süddeutsche k.A. k.A.
SV Leben 0,00 % 0,00 %
Swiss Life 0,16 % 0,39 %
uniVersa k.A. k.A.
VGH Versicherungen 2,24 % 0,76 %
Volkswohl Bund 2,09 % 1,91 %
VPV Lebensversicherung AG 1,39 % 1,48 %
Württembergische 4,44 % 3,40 %
WWK 1,95 % 1,78 %
Zurich 2,24 % 1,31 %

*Quelle: MORGEN & MORGEN (Stand: 29.05.2017)

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Werbung mit Prozessquoten

Viele Anbieter werben in Broschüren und Flyern mit einer besonders guten Prozessquote. Wenn man sich allerdings die einzelnen BU-Anbieter am Markt ansieht, kann man feststellen, dass sich die Prozessquoten in den meisten Fällen im niedrigen einstelligen Bereich bewegen.

Dennoch können Verbraucher, um ein Gesamtbild eines Anbieters zu erhalten, natürlich auch die Prozessquote als Maßstab heranziehen. Dabei sollte aber nicht vergessen werden, dass es eine ganze Reihe weiterer Kennzahlen gibt, die alle in der Gesamtheit betrachtet werden sollten. Letztendlich sind in einem Leistungsfall die Vertragsbedingungen entscheidend.

Versicherungsbedingungen sind wichtiger als die Prozessquote

Wer für sich einen passenden Tarif sucht, sollte vor allem auf die Leistungen und damit die Versicherungsbedingungen achten. Denn letztendlich muss ein Versicherer immer leisten, wenn der Versicherte laut den Vertragsbedingungen berufsunfähig wurde. Die Bedingungen sind bei der Entscheidung das allerwichtigste Kriterium.

Es nutzt einem nichts, wenn ein BU-Anbieter eine besonders niedrige BU-Prozessquote aufweist, aber letztendlich für seine Kunden schlechte Vertragsbedingungen vorhält. Ganz im Gegenteil; unter Umständen kann es sogar negativ sein kann, wenn ein Anbieter eine niedrige Prozessquote aufweist.

Denn das könnte unter anderem daran liegen, dass bei schlechten Vertragsbedingungen von Haus aus weniger Prozesse geführt werden, da die Aussicht auf Erfolg von vornherein negativ bewertet wird.

Versicherer sind auch verpflichtet Prozesse zu führen

Was bei der Diskussion um die Prozessquote in der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht vergessen werden darf ist, dass der Versicherer bei einer unberechtigten Beantragung einer BU-Rente die Pflicht hat, die Leistung zu verweigern. Denn der Versicherer muss alle anderen Versicherten in dem jeweiligen Tarif vor Betrügern schützen, da sonst die Prämien ins unermessliche steigen könnten.

Die Tarifkalkulationen sehen außerdem für jeden Versicherten eine Prämie vor, welche seinem ganz individuellen Risiko entspricht. Wenn ein Verbraucher beispielsweise bei der Antragsstellung sein Rückenleiden verschweigt und zwei Jahre später genau deshalb eine Leistung fordert, widerspricht das dem Grundsatz einer Versicherung. Denn in der Zwischenzeit hat er über eine viel zu niedrige Prämie das Risiko des Kollektivs verwässert.

Im Leistungsfall führt das nicht nur zur Ablehnung, sondern auch zu einer rückwirkenden Anfechtung des Vertrags, mit der Folge, dass der Versicherte seine BU-Versicherung verlieren könnte. Die Versicherer fragen deshalb bei der Antragsstellung mittels der Gesundheitsfragen immer nach Vorerkrankungen, um das Risiko für alle anderen Versicherten im Tarif genau kalkulieren zu können. Das ist die Pflicht des jeweiligen Anbieters und eine Teil der Dienstleistung einer Versicherung.

Risikofragen immer richtig beantworten!

Da die Versicherungsbedingungen heutzutage bei den meisten Anbietern sehr ausgereift sind, kann eine Ablehnung der BU-Leistung in den meisten Fällen vermieden werden, indem man bei der Antragsstellung jede Risiko- und Gesundheitsfrage richtig beantwortet. Bei dieser Vorgehensweise muss man sich dann um Prozessquoten weniger Gedanken machen. Denn Ablehnungen kommen laut M&M zu fast 20 % aufgrund der Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht und wegen Betrugsversuchen zu Stande.

Sollten Vorerkrankungen oder spezielle Risiken bei der Antragsstellung positiv beantwortet werden, empfiehlt es sich, vorab eine Risikovoranfrage zu tätigen. Dabei hilft einem als Verbraucher in der Regel ein guter Versicherungsmakler weiter.

Zusammenfassung

Die Prozessquote der jeweiligen Anbieter spielt im Vergleich der Tarife eigentlich eine untergeordnete Rolle. Selbst bei den Ratingagenturen, fließt diese Kennzahl nur zu einem geringen Anteil in die Gesamtbewertung mit ein. Das liegt unter anderem daran, dass die reine Prozessquote in vielen Fällen keine Auskunft darüber gibt, ob ein Gerichtsprozess zu Recht oder zu Unrecht geführt wurde.

Und zum anderen können über die Qualität der einzelnen Tarife keine Rückschlüsse getroffen werden. Wenn überhaupt, sollte die Prozessquote nur im Zusammenhang mit weiteren Kennzahlen betrachtet werden. Das aller Wichtigste sollten für den Verbraucher die Versicherungsbedingungen sein. Diese gilt es zu vergleichen um am Ende die passende Berufsunfähigkeitsversicherung zu finden.

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