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Berufsunfähigkeitsversicherung mit Beitragsrückgewähr: Lohnt sich das?


Viele Verbraucher scheuen die Prämien einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Obwohl der Schutz existenziell wichtig ist. Immerhin wird laut Statistik ein Viertel der Berufstätigen in Deutschland vor Rentenbeginn berufsunfähig. Wer aufgrund dessen keine Einnahmen mehr erzielen kann, hat früher oder später ein Problem.

Und diejenigen, die keinen adäquaten Schutz haben, beispielsweise über eine BU-Versicherung, droht in vielen Fällen die Sozialhilfe. Denn die staatlichen Systeme sind längst nicht mehr ausreichend. Sie sorgen nicht einmal mehr für eine ordentliche Grundabsicherung. Jetzt wird klar, dass eine BU-Versicherung sehr wichtig ist. Doch gibt es am Markt auch Berufsunfähigkeitsversicherungen die am Ende der Laufzeit das eingezahlte Geld zurückerstatten? Und sind solche BU-Tarife sinnvoll?

Kunden wünschen sich eine Beitagsrückerstattung!

Die Nachfrage nach solchen Berufsunfähigkeitsversicherungen ist auf jeden Fall vorhanden. Das stellen wir in unseren Beratungen auch selbst sehr oft fest. Wer wünscht sich nicht eine Versicherung, die am Ende die nicht benötigten Prämien zurückerstattet? Das hört sich in der Theorie immer sehr gut an. Doch in der Praxis sieht das oftmals ganz anders aus und ist in den meisten Fällen nicht sinnvoll. Dazu sollte verstanden werden wie eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Beitragsrückgewähr funktioniert.

Funktionsweise einer BU-Versicherung mit Beitragsrückgewähr

Berufsunfähigkeitsversicherung mit Beitragsrückgewähr

Berufsunfähigkeitsversicherungen mit Beitrags-rückgewähr sind oftmals Mogelpackungen!

Zunächst einmal zu den Grundzügen einer Versicherung. Diese sichert ein bestimmtes Risiko über ein sogenanntes Kollektiv ab. Das bedeutet, dass eine Gemeinschaft (das Kollektiv) für diejenigen finanziell einspringt, die Hilfe benötigen.

Wann das Kollektiv für jemanden bezahlen muss, steht genau in den Versicherungsbedingungen eines Tarifs. So funktioniert einfach erklärt, jede Versicherung. Das Risiko wird auf viele Versicherte verteilt und jeder steht mit einem kleinen Beitrag für den anderen in der Not ein. So auch in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Wie hoch der Beitrag für jeden Einzelnen genau ist, ermitteln die BU-Versicherer für jeden Kunden.

Da aus dem eingenommen Geld Versicherte eine Leistung erhalten, kann es grundsätzlich schon mal nicht funktionieren, dass jemand eine Berufsunfähigkeitsversicherung zum Nulltarif erhält.

Trotzdem werden Berufsunfähigkeitsversicherungen mit Beitragsrückgewähr am Markt angeboten. Das funktioniert so, dass Kunden die einen Tarif mit Rückgewähr der Prämien abschließen, einen höheren Beitrag bezahlen müssen, als solche die einen Tarif ohne Beitragsrückgewähr gewählt haben.

BU-Tarife mit Beitragsrückgewähr beinhalten Sparverträge!

Das liegt daran, dass der Versicherer die höheren Beiträge dafür verwendet, um sie für den Kunden verzinslich am Kapitalmarkt anzulegen. Das Ziel des Versicherers ist es, über den erhöhten Beitrag die selbe Geldsumme über die Vertragslaufzeit zu erwirtschaften, welche für die Berufsunfähigkeitsversicherung mit Beitragsrückgewähr insgesamt aufgewendet werden muss.

Umgekehrt heißt das, die identischen Tarife ohne Beitragsrückgewähr sind wesentlich günstiger. Wieviel das genau ausmacht, kann individuell berechnet werden. Denn es kommt sehr stark auf die Laufzeit der Berufsunfähigkeitsversicherung an. Besonders bei jungen Kunden ist die Differenz zwischen dem Beitrag mit oder ohne Beitragsrückerstattung nicht sehr groß.

Denn über die lange Laufzeit können die Versicherer mit Hilfe des Zinseszins-Effekts schon mit wenigen Beiträgen höhere Ablaufleistungen erwirtschaften als bei kürzeren Laufzeiten.

Den höheren Beitrag besser selbst anlegen!

Den höheren Beitrag sollten Verbraucher besser sparen und damit eine auf alternative Sparmöglichkeit auswählen. Mit dieser Vorgehensweise fahren die meisten besser. Denn nicht jeder Versicherer ist gleichzeitig auch in der Kapitalanlage.

Unterschiedliche BU-Angebote mit Beitragsrückgewähr

Grundsätzlich gibt es zwei Varianten der BU-Tarife mit Beitragsrückgewähr. Zum einen kann der Kunde den erhöhten Beitrag vom Versicherer selbst anlegen lassen. Dabei investiert dieser das Geld in seinen eigenen Deckungsstock, und der Kunde erhält dafür eine sichere Verzinsung von derzeit 1,25 % pro Jahr (ab 2017 nur noch 0,9 % p.a.) und eine jährliche Überschussbeteiligung.

Da die Verzinsung derzeit nicht sonderlich hoch ist und sich das wahrscheinlich in absehbarer Zeit nicht ändern wird, ist diese Variante für die Kunden höchstwahrscheinlich nicht sonderlich attraktiv.

Zum anderen gibt es die Möglichkeit, welche einige Versicherer anbieten, dass der Kunde für sich eine Investmentfondslösung auswählt. Dabei wird der Mehrbeitrag in einen oder mehrere vom Versicherer zur Verfügung gestellten Investmentfonds investiert. Der Vorteil ist die Chance auf eine höhere Verzinsung. Das Risiko trägt selbstverständlich der Kunde.

Ein weiterer Nachteil ist, dass sich dieser nur aus der meist geringen Fondsauswahl des Versicherers bedienen kann.

Die beste Lösung ist die Trennung der Verträge

Aus unserer Sicht ist die beste Lösung für Verbraucher: “Keine Berufsunfähigkeitsversicherungen mit Beitragsrückgewähr abzuschließen”. Das lohnt sich wenn überhaupt nur für ganz junge Kunden. Und selbst diese haben die Möglichkeit, den Sparanteil in eine für sie frei wählbare Anlage zu investieren.

Jeder der sich für den Abschluss einer BU-Versicherung interessiert, sollte den Markt vergleichen. Die Unterschiede der Prämien betragen bei den gleichen Leistungen im Vergleich oftmals weit über 80 %. Wer möchte kann das Vergleichsergebnis den Tarifen mit Beitragsrückgewähr gegenüberstellen. Hier wird jeder schnell feststellen, dass diese Variante oftmals zu teuer ist.

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