Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten
Wie Du als Student zur besten Berufsunfähigkeitsversicherung kommst
Als Student hast du in der Regel keinen Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Gleichzeitig bekommst du eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) jetzt so günstig wie nie wieder, weil dein Eintrittsalter und dein Gesundheitszustand den Beitrag für die gesamte Laufzeit bestimmen. In meiner Beratungspraxis sind rund die Hälfte aller BU-Neuabschlüsse Studenten.
Das Wichtigste in Kürze
- Kein gesetzlicher Schutz: Studenten erhalten in der Regel keine Erwerbsminderungsrente, weil die Mindestversicherungszeit von fünf Jahren in der Rentenversicherung fehlt.
- Riesige Preisunterschiede: Je nach Studiengang beträgt die Differenz zwischen günstigstem und teuerstem BU-Tarif bis zu 100 %. Ein Vergleich lohnt sich.
- Gesundheitszustand einfrieren: Erkrankungen und Hobbys, die nach Vertragsabschluss hinzukommen, müssen nicht gemeldet werden. Deshalb ist ein früher Abschluss so wertvoll.
- Maximal absichern: Studenten können je nach Anbieter bis zu 2.000 € BU-Rente pro Monat versichern. Ich rate, immer das Maximum zu nutzen.
- Nachversicherungsgarantie prüfen: Die Möglichkeit, die BU-Rente nach dem Studium ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen, unterscheidet gute von schlechten Tarifen.
In diesem Ratgeber
- Warum ist eine BU für Studenten sinnvoll?
- Was kostet eine BU-Versicherung für Studenten?
- Wie unterscheiden sich die Beiträge nach Studiengang?
- Wie hoch sollte die BU-Rente für Studenten sein?
- Worauf kommt es bei der Nachversicherungsgarantie an?
- Starter-Tarif oder normaler Tarif?
- Was tun bei Vorerkrankungen oder Psychotherapie?
- Wie bereitest du dich auf die Gesundheitsfragen vor?
- Warum Kombi-Produkte mit Altersvorsorge problematisch sind
- Was passiert mit der BU nach dem Studium?
- Welche Anbieter sind für Studenten empfehlenswert?
- Die häufigsten Fehler beim BU-Abschluss als Student
- Häufige Fragen zur BU für Studenten
So gehst du vor:
- Vergleiche verschiedene BU-Anbieter, da Preis und Leistung je nach Studiengang enorm variieren. Der günstigste Tarif kann bis zu 50 % weniger kosten als der teuerste, bei vergleichbaren Leistungen.
- Mache dir vor dem Abschluss Gedanken über deine Gesundheitshistorie. Fordere im Zweifel die Patientenakte bei deinem Arzt oder die Patientenquittungen bei deiner Krankenkasse an.
- Lass vorab eine anonyme Risikovoranfrage durchführen, wenn du gesundheitliche Vorbelastungen hast. So erfährst du vor Vertragsabschluss, zu welchen Konditionen du versicherbar bist.
Warum ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten sinnvoll?
Die meisten Studenten haben keinen Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente, weil sie die Mindestversicherungszeit von fünf Jahren Pflichtbeiträge in die Rentenversicherung nicht erfüllen. Wer im Studium schwer erkrankt, steht ohne private Absicherung finanziell vor dem Nichts.
- Keine staatliche Absicherung: Auch wenn du als Werkstudent oder Minijobber arbeitest, hast du als Student keinen Anspruch auf Krankengeld von deiner Krankenkasse (§ 44 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 SGB V). Die Lohnfortzahlung endet nach sechs Wochen.
- Günstiges Eintrittsalter sichern: Je jünger du beim Abschluss bist, desto niedriger ist der Beitrag. Und zwar für die gesamte Laufzeit bis zum Endalter 67. Mit jedem Jahr Wartezeit steigt die Prämie um rund 3 bis 5 %.
- Gesundheitszustand einfrieren: Erkrankungen und Beschwerden, die nach Vertragsabschluss diagnostiziert werden, müssen nicht gemeldet werden. Gleiches gilt für risikoreiche Hobbys, die du erst nach Vertragsabschluss aufnimmst.
- Günstige Berufsgruppeneinstufung: Die meisten Studenten werden anhand ihres Studiengangs in eine risikoarme Berufsgruppe eingestuft. Wer nach dem Studium in einen risikoreicheren Beruf wechselt, behält den günstigen Studentenbeitrag.
Berater-Tipp!
Ein Kunde hat kürzlich nach dem Studium seine BU-Rente im Rahmen der Nachversicherungsgarantie ohne erneute Risikoprüfung erhöht. Während des Studiums hatte er eine Psychotherapie begonnen. Bei einem Neuabschluss nach dem Studium wäre nur noch ein Vertrag mit Ausschlussklausel für psychische Erkrankungen möglich gewesen. Der frühe Abschluss hat sich für ihn massiv ausgezahlt.
Stell dir vor, du bist im dritten Semester, bekommst BAföG und arbeitest nebenbei als Werkstudent. Dann erkrankst du schwer. Das BAföG läuft zwar weiter, aber nach sechs Wochen stehst du ohne Einkommen da. Ohne BU-Versicherung bist du auf die finanzielle Unterstützung deiner Eltern angewiesen. Mit einer BU bekommst du rückwirkend ab Eintritt der Berufsunfähigkeit deine vereinbarte monatliche Rente.
Du willst wissen, ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist? Dann lohnt sich ein Blick in unseren ausführlichen Ratgeber.
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Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten?
Eine BU-Versicherung für Studenten kostet je nach Studiengang ab etwa 30 € pro Monat für 1.500 € BU-Rente bis zum Endalter 67 (Stand 2026). Die Beiträge hängen von mehreren Faktoren ab.
- Studiengang: Der Studiengang bestimmt die Berufsgruppeneinstufung. Ein Informatik-Student zahlt deutlich weniger als ein Lehramts-Student.
- Eintrittsalter: Der Unterschied zwischen Abschluss mit 20 oder 21 Jahren beträgt rund 5 %. Jedes Jahr Wartezeit kostet dich bares Geld.
- Gesundheitszustand: Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen oder Ausschlussklauseln führen. Ohne Vorerkrankungen bekommst du den besten Preis.
- Höhe der BU-Rente: Je höher die versicherte BU-Rente, desto höher der monatliche Beitrag.
- Vertragskonfiguration: Beitragsdynamik, Leistungsfalldynamik und andere Bausteine beeinflussen den Preis.
Aus meiner Erfahrung sind viele Studenten überrascht, wie günstig eine gute BU-Versicherung sein kann. Die meisten vergleichen vorher nicht und gehen von deutlich höheren Beiträgen aus.
Berater-Tipp!
Lass dir immer einen Tarifvergleich zeigen, der Beiträge und Leistungen gegenüberstellt. Viele Studenten zahlen zu viel, weil sie sich nicht von einem freien Versicherungsmakler beraten lassen, sondern direkt bei einem einzelnen Anbieter abschließen.
Wie unterscheiden sich die BU-Beiträge nach Studiengang?
Student ist nicht gleich Student. Jeder Versicherer stuft Studenten anhand des Studiengangs individuell ein, was zu enormen Preisunterschieden führt. Die folgende Tabelle zeigt das Ausmaß.
Hier die konkreten Beiträge nach Studiengang bei 1.500 € BU-Rente, Endalter 67, Alter 21 Jahre, Nichtraucher (normale BU-Tarife, Stand 2026):
| Studiengang | Günstigster Tarif | Teuerster Tarif | Differenz/Monat |
|---|---|---|---|
| Informatik | 30,92 € | 77,08 € | 46,16 € |
| Wirtschaftsingenieurwesen | 30,08 € | 80,52 € | 50,44 € |
| Humanmedizin | 32,38 € | 77,08 € | 44,70 € |
| Wirtschaftsinformatik | 33,17 € | 77,08 € | 43,91 € |
| Jura | 34,14 € | 79,41 € | 45,27 € |
| Architektur | 35,61 € | 80,52 € | 44,91 € |
| BWL | 36,72 € | 80,52 € | 43,80 € |
| Ingenieurwissenschaften | 36,72 € | 80,52 € | 43,80 € |
| Psychologie | 37,59 € | 67,13 € | 29,54 € |
| Soziale Arbeit | 50,62 € | 106,96 € | 56,34 € |
| Sozialpädagogik | 50,62 € | 129,63 € | 79,01 € |
| Lehramt | 53,91 € | 135,35 € | 81,44 € |
Das zeigt: Lehramts-Studenten zahlen beim teuersten Anbieter fast das Dreifache im Vergleich zum günstigsten Tarif eines Informatik-Studenten. Wer nicht vergleicht, verschenkt bares Geld.
Vorsicht Falle
Bei einigen Studiengängen wie Lehramt, Journalismus, Sport, Musik oder Kunst ist der BU-Schutz bei manchen Anbietern nicht oder nur zu sehr hohen Beiträgen möglich. Wenn du eines dieser Fächer studierst und noch Schüler bist, kann es sinnvoll sein, die BU noch als Schüler abzuschließen. Mehr dazu im Ratgeber zur BU-Versicherung für Schüler.
Wie hoch sollte die BU-Rente als Student sein?
Studenten sollten immer die maximal mögliche BU-Rente absichern. Je nach Anbieter sind das 1.500 € bis 2.000 € pro Monat (Stand 2026). Mehr geben die Annahmerichtlinien der Versicherer für Studenten nicht her.
- Maximal versichern: Du behältst den günstigen Beitrag für die gesamte Laufzeit. Die Differenz zwischen 1.500 € und 2.000 € BU-Rente kostet je nach Tarif nur 10 bis 15 € mehr pro Monat.
- Abzüge im Leistungsfall: Von der BU-Rente gehen noch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge ab. Bei einer BU-Rente von nur 1.000 € bleibt nach Abzügen nicht mehr viel übrig.
- Elternfinanzierung endet: Wer berufsunfähig wird, kann den Lebensunterhalt nicht mehr durch Studentenjobs finanzieren. Auch die Unterstützung von Eltern oder Familie wird irgendwann enden.
- Nachversicherung nutzen: Nach dem Studium kannst du die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente im Rahmen der Nachversicherungsgarantie ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen.
Praxisbeispiel: Warum die BU-Rentenhöhe so wichtig ist
2023 ist ein Kunde von mir, damals Humanmedizin-Student, an einer lymphatischen Leukämie erkrankt. Er hatte nur 1.000 € BU-Rente versichert. Durch die Beitragsdynamik wurde die Rente auf 1.050,16 € erhöht. Nach Abzug der Krankenkassenbeiträge blieb kaum etwas übrig. Hätte er 10 bis 15 € mehr im Monat ausgegeben und 2.000 € versichert, wäre die finanzielle Situation eine ganz andere gewesen.
Worauf kommt es bei der Nachversicherungsgarantie an?
Die Nachversicherungsgarantie ist der wichtigste Vertragsbaustein für Studenten, weil du damit deine BU-Rente nach dem Studium ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen kannst. Die Anbieter unterscheiden sich hier enorm.
- Obergrenze: Bis zu welcher BU-Rente du im Rahmen der Nachversicherungsgarantie insgesamt erhöhen darfst. Diese liegt je nach Anbieter zwischen 4.000 € und 10.000 € pro Monat.
- Erhöhung pro Ereignis: Wie viel du bei einem einzelnen Nachversicherungsereignis (z.B. Studienabschluss) erhöhen darfst. Die Spanne reicht von 500 € bis 1.500 €.
- Karrieregarantie: Manche Anbieter erlauben zusätzlich eine Erhöhung im Rahmen einer Karrieregarantie auf bis zu 6.000 € oder 7.500 €.
- Achtung bei zu geringer Anfangsrente: Viele Studenten wissen nicht, dass die Erhöhungen im Rahmen der Nachversicherungsgarantie oft auf einen Prozentsatz der zuletzt versicherten BU-Rente begrenzt sind. Wer zu Beginn nur 500 € versichert, kann später oft nicht auf die gewünschte Höhe erhöhen.
Vorsicht Falle
Bei der Canada Life ist die Erhöhung pro Ereignis auf 50 % der versicherten BU-Rente gedeckelt. Wer dort nur 1.000 € versichert, kann nach dem Studium maximal um 500 € erhöhen. Ähnliche prozentuale Grenzen gelten bei anderen Anbietern. Deshalb: Von Anfang an die maximal mögliche BU-Rente absichern.
Starter-Tarif oder normaler BU-Tarif: Was lohnt sich für Studenten?
Ich rate in fast allen Fällen zum normalen BU-Tarif statt zum Starter-Tarif. Die reduzierten Anfangsbeiträge der Starter-Tarife klingen verlockend, haben aber Fallstricke.
- Keine Dynamik während der Starterphase: Während der Starterphase (je nach Anbieter 5 bis 10 Jahre) kann weder die Beitragsdynamik noch die Nachversicherungsgarantie genutzt werden. Das ist problematisch, weil du in dieser Zeit vermutlich dein Studium beendest und eine höhere Absicherung brauchst.
- Über die Laufzeit teurer: Bei Starter-Tarifen werden zu Beginn keine Alterungsrückstellungen aufgebaut. Diese müssen nach der Starterphase mit einem erhöhten Beitrag über die Restlaufzeit nachgezahlt werden. Über die gesamte Laufzeit gerechnet zahlst du mit einem Starter-Tarif deutlich mehr.
- Sprunghafter Beitragsanstieg: Nach Ende der Starterphase steigt der Beitrag oft sprunghaft an. Das kann in einer ohnehin finanziell angespannten Phase (Berufseinstieg, erste Wohnung) zur Belastung werden.
Berater-Tipp!
Der normale BU-Tarif kostet für Studenten oft nur wenige Euro mehr pro Monat als der Starter-Tarif. Dafür hast du von Anfang an volle Flexibilität bei Dynamik und Nachversicherung. Das ist gerade in den Jahren nach dem Studium Gold wert.
Starter- vs. Normaltarif: Lass dir den Unterschied berechnen
Was tun bei Vorerkrankungen oder Psychotherapie als Student?
Eine Vorerkrankung führt nicht automatisch zur Ablehnung. Seit Corona ist die Psychotherapie bei Studenten ein großes Thema. Aus meiner Erfahrung betrifft das jede achte Anfrage.
- Anonyme Risikovoranfrage: Bevor ein Antrag gestellt wird, prüfen wir über eine anonyme Risikovoranfrage, ob und zu welchen Konditionen Versicherungsschutz möglich ist. Dein Name taucht dabei nicht auf.
- Ausschlussklausel: Bei psychischen Erkrankungen erhältst du in der Regel einen Vertrag mit einer Ausschlussklausel für psychosomatische Erkrankungen. Diese kann nach üblicherweise fünf Jahren Behandlungs- und Beschwerdefreiheit überprüft und oft aufgehoben werden.
- Verkürzte Gesundheitsfragen: Einige Anbieter haben bei Studenten verkürzte Gesundheitsfragen. Wenn die Psychotherapie nicht mehr in den Abfragezeitraum fällt, musst du sie nicht angeben.
- Chronische Beschwerden: Auch chronische Erkrankungen führen nicht immer zur Ablehnung. Es kommt auf den Einzelfall an. Eine gut aufbereitete Risikovoranfrage mit ärztlichen Stellungnahmen macht den Unterschied.
Vorsicht Falle
Mache bei den Gesundheitsfragen keine falschen oder unvollständigen Angaben. Wer hier Fehler macht, riskiert im Leistungsfall seinen kompletten Versicherungsschutz. Die Versicherer prüfen im Leistungsfall die Angaben bei Vertragsabschluss sehr genau.
Wie bereitest du dich auf die Gesundheitsfragen richtig vor?
Die saubere Aufbereitung der Gesundheitshistorie entscheidet über einen reibungslosen Antragsprozess. Mit diesen vier Schritten gehst du auf Nummer sicher.
- Fragebogen in Ruhe ausfüllen: Wir stellen vorab einen Fragebogen zur Verfügung, der alle relevanten Angaben abfragt: Gesundheitsfragen, Freizeitrisiken und weitere Informationen, die bei der Antragstellung benötigt werden.
- Patientenakte anfordern: Wenn du häufiger beim Arzt warst und dir nicht sicher bist, ob bestimmte Beschwerden innerhalb der Abfragezeiträume liegen, fordere die Patientenakte beim Arzt an.
- Patientenquittungen bei der Krankenkasse: Alternativ kannst du als gesetzlich Versicherter Patientenquittungen bei deiner Krankenkasse anfordern. Dort sind alle Diagnosen aufgelistet, die von den Ärzten abgerechnet wurden.
- Privat Versicherte: Wenn du privat krankenversichert bist, gehe deine Arztrechnungen durch, damit du nichts vergisst.
Berater-Tipp!
In der Regel müssen ambulante Behandlungen der letzten 5 Jahre und stationäre Behandlungen der letzten 10 Jahre angegeben werden. Diese Fristen variieren je nach Anbieter. Nimm dir die Zeit und beantworte alles vollständig und wahrheitsgemäß.
Warum sind Kombi-Produkte mit Altersvorsorge für Studenten problematisch?
Kombi-Produkte aus BU und Altersvorsorge werden gezielt an Studenten vermarktet, sind in den meisten Fällen aber die falsche Wahl. Von einigen Vertrieben werden sie leider immer wieder vermittelt, ohne über die Nachteile aufzuklären.
- Steuervorteile ohne Einkommen nutzlos: Häufig wird mit Steuervorteilen geworben. Studenten können diese aufgrund fehlenden oder geringen Einkommens gar nicht nutzen.
- Extrem unflexibel: Der Sparanteil muss immer mindestens 51 % des Gesamtbeitrags betragen, um die steuerliche Förderung zu erhalten. Wenn du später deine BU-Rente erhöhen willst, muss der Sparanteil ebenfalls steigen. Das kann zu hohen finanziellen Belastungen führen.
- Trennung ist besser: Eine selbstständige BU-Versicherung (SBU) ist flexibler und oft günstiger. Die Altersvorsorge sollte separat aufgebaut werden, z.B. über einen ETF-Sparplan.
Ich würde das selbst nicht machen und kenne viele Kunden, die ihre Kombi-Lösung später bereut haben. Die Beratungen an Hochschulen durch Vertriebe sind oft der Auslöser: Studenten werden auf das Thema BU aufmerksam gemacht, bekommen aber ein Kombi-Produkt angeboten, das für sie nicht passt.
Unabhängige BU-Beratung ohne Kombi-Produkte
Was passiert mit der BU-Versicherung nach dem Studium?
Deine BU-Versicherung läuft nach dem Studium unverändert weiter. Ein Berufswechsel hat keinen Einfluss auf deine bestehende BU-Police.
- Beitrag bleibt gleich: Egal ob du nach dem Medizinstudium als Chirurg arbeitest oder als BWL-Absolvent ins Handwerk wechselst. Dein Beitrag ändert sich nicht.
- Günstigkeitsprüfung nutzen: Manche Anbieter bieten eine berufliche Besserstellungsgarantie. Wenn dein neuer Beruf günstiger eingestuft wird als dein Studiengang, kann der Beitrag sogar sinken.
- BU-Rente erhöhen: Nach dem Studium solltest du die BU-Rente im Rahmen der Nachversicherungsgarantie auf eine bedarfsgerechte Höhe anheben. Als Orientierung: Die BU-Rente sollte mindestens 80 % des Nettoeinkommens betragen.
Praxisbeispiel: Berufswechsel nach dem Studium
Humanmedizin-Studenten zahlen für die BU weniger als praktizierende Chirurgen. Wer die BU während des Studiums abschließt und später als Chirurg arbeitet, behält den günstigen Studentenbeitrag. Ein späterer Abschluss als Chirurg wäre deutlich teurer gewesen.
Welche BU-Anbieter sind für Studenten empfehlenswert?
Folgende Anbieter sind aus meiner Erfahrung für Studenten günstig und bieten gute Vertragsbedingungen. Der Fokus liegt auf Nachversicherungsgarantien, Dynamik und der maximal versicherbaren BU-Rente.
| Anbieter | Max. BU-Rente (Stud.) | Nachvers. Ober-grenze | Erhöhung nach Studium | Karriere-garantie | Dynamik |
|---|---|---|---|---|---|
| Baloise | 2.000 € | 4.000 € | bis 1.000 € | bis 6.000 € (Kammer: 7.500 €) | bis 5 % p.a. |
| Canada Life | 2.000 € | 10.000 € | bis 50 % der BU-Rente | k.A. | bis 5 % p.a. |
| Die Bayerische | 2.000 € | 4.000 € | bis 1.000 € | bis 6.000 € | bis 5 % p.a. |
| Gothaer | 2.000 € | 4.000 € | bis 1.500 € | bis 7.500 € | bis 5 % p.a. |
- Canada Life: Bietet die aus meiner Sicht beste Nachversicherungsgarantie am Markt. Die Obergrenze liegt bei 10.000 € monatlicher BU-Rente. Allerdings ist die Erhöhung pro Ereignis auf 50 % der zuletzt versicherten BU-Rente begrenzt. Wer die maximale Erhöhung von 1.000 € nach dem Studium nutzen will, muss mindestens 2.000 € versichert haben.
- Gothaer: Erlaubt die höchste Erhöhung nach dem Studium mit bis zu 1.500 € ohne erneute Risikoprüfung. Die Karrieregarantie bis 7.500 € ist ebenfalls stark.
- die Bayerische: Enthält für angehende Beamte (z.B. Lehramts-Studenten, Finanzwirte) eine Dienstunfähigkeitsklausel. Das ist ein Pluspunkt, den nicht alle Anbieter bieten.
Vorsicht Falle
Anbieter mit einer geringen Obergrenze für die Beitragsdynamik sind für Studenten nicht optimal. Studenten haben noch 30 bis 40 Jahre Versicherungsdauer vor sich und brauchen Spielraum nach oben. Anbieter wie die AXA oder Condor haben beispielsweise eine Obergrenze von nur 5.000 € BU-Rente für die Beitragsdynamik. Das wird perspektivisch eng.
Mehr Infos: Alle BU-Versicherung Anbieter im Überblick
Welche Fehler machen Studenten beim BU-Abschluss am häufigsten?
Die meisten Fehler entstehen, weil sich Studenten nicht von einem freien Versicherungsmakler beraten lassen. In meiner Beratungspraxis sehe ich immer wieder dieselben Probleme.
- Zu viel bezahlen: Wer nur bei einem einzigen Anbieter vergleicht, zahlt in der Regel zu viel. Ein Tarifvergleich über alle Anbieter zeigt, wo es bei gleicher Leistung deutlich günstiger geht.
- Risikoprüfung unterschätzen: Fehler bei den Gesundheitsfragen können im Leistungsfall zum Verlust des gesamten Versicherungsschutzes führen. Eine saubere Aufbereitung der Gesundheitshistorie und eine anonyme Risikovoranfrage sind die beste Vorsorge.
- BU-Rente zu niedrig ansetzen: Viele Studenten versichern nur 500 € oder 1.000 €, obwohl bis zu 2.000 € möglich wären. Der Beitragsunterschied ist oft gering, der Leistungsunterschied im Ernstfall enorm.
- Starter-Tarif statt Normaltarif: Starter-Tarife blockieren die Nachversicherungsgarantie und Beitragsdynamik während der Starterphase. Über die Laufzeit sind sie teurer.
- Kombi-Produkt statt SBU: Kombi-Produkte mit Altersvorsorge sind unflexibel und für die meisten Studenten nicht sinnvoll.
- Nachversicherungsgarantie nicht prüfen: Die Erhöhungsmöglichkeiten nach dem Studium variieren extrem. Wer hier nicht aufpasst, sitzt später auf einem Vertrag, der sich nicht ausreichend anpassen lässt.
Berufsunfähigkeitsversicherung oder ETF-Sparplan: Was hat Priorität?
Die BU-Versicherung hat immer Priorität gegenüber einem ETF-Sparplan. Vom Guthaben eines ETF-Sparplans wirst du erst in mehreren Jahrzehnten leben können. Wer vorher berufsunfähig wird, hat ohne BU keine Absicherung.
- Sofortiger Schutz: Eine BU-Versicherung zahlt rückwirkend ab Eintritt der Berufsunfähigkeit. Ein ETF-Sparplan muss erst über Jahrzehnte aufgebaut werden.
- Absicherung im Extremfall: Eine BU sichert im Ernstfall mehrere Hunderttausend Euro ab. Bei 2.000 € monatlicher BU-Rente bis Alter 67 ergibt das bei Eintritt mit 25 Jahren einen Gesamtwert von über 1.000.000 €.
- Günstige Beiträge: Für Studenten kostet eine gute BU ab rund 30 € pro Monat. Das ist ein Bruchteil dessen, was du im Ernstfall an Leistung bekommst.
Ein konkretes Rechenbeispiel zum Thema findest du in unserem Ratgeber: ETF versus BU-Versicherung.
Welche Vertragsbausteine sollte eine Studenten-BU enthalten?
Da sich die Anbieter bei den Voraussetzungen für die Leistungsauszahlung seit Jahren kaum noch unterscheiden, lege ich den Fokus auf folgende Bausteine, die für Studenten den Unterschied machen.
- Sehr gute Nachversicherungsgarantien: Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind hier am größten. Die Details findest du im Abschnitt zur Nachversicherungsgarantie.
- Garantierte Leistungsfalldynamik: Wenn ein früher Leistungsfall eintritt, sollte die BU-Rente garantiert jährlich erhöht werden, um die Inflation auszugleichen.
- Hohe Beitragsdynamik (5 % p.a.): Um die geringe BU-Rente, die Studenten laut Annahmerichtlinien versichern dürfen, über die Laufzeit ohne erneute Gesundheitsprüfung auszubauen. Du gehst dabei kein Kostenrisiko ein, denn die Dynamik kann regelmäßig ausgesetzt werden.
- Dienstunfähigkeitsklausel für angehende Beamte: Wenn absehbar ist, dass du nach dem Studium im öffentlichen Dienst verbeamtet wirst (z.B. als Lehrer), sollte der Tarif eine gute Dienstunfähigkeitsklausel enthalten.
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