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Rürup- oder Riester Rente: Was ist besser?

Altersvorsorge 24. Oktober 2014

Für die Rente muss heute fast jeder vorsorgen. Die Frage ist, mit welchen Produkten wird das Ziel die Rentenlücke zu schließen am besten erreicht? Es gibt jede Menge Lösungen am Markt, und letzten Endes weiß niemand so wirklich, wo eigentlich die Vor- und Nachteile liegen.

Sehr beliebt ist in Deutschland die Riester Rente. Doch wie sieht es eigentlich mit der Rürup Rente aus? Welche Sparform ist besser? Ganz pauschal kann das nicht beantwortet werden, da es sehr von der persönlichen Situation eines Einzelnen abhängig ist. Einen grundsätzlichen Überblick soll dieser Artikel jedoch geben.

Die Riester Rente als Verkaufsschlager

Rürup- oder Riester RenteIn den letzten Jahren war die Riester Rente eine einzige Erfolgsstory. Mittlerweile gibt es über 15 Mio. Verträge in Deutschland. Der Löwenanteil fällt hierbei auf die Versicherer, mit dem Produkt private Rentenversicherung.

Danach folgen mit großem Abstand die Fondsgesellschaften und dann erst die Bausparkassen sowie Banken. Letztere fristen hierzulande noch ein Schattendasein. Doch warum ist die Riester Rente in den letzten Jahren so ein Erfolg gewesen? Ganz einfach.

Über eine Riester Rente erhalten die Sparer laut unseren Erfahrungen eine durchschnittliche Förderung von 35 %. Auch wird der Riester Rente von der Stiftung Warentest, wie auch dem Institut für Vorsorge und Finanzplanung bestätigt, dass sie sich besonders gut rechnet.

Wo liegen genau die Unterschiede?

Grundsätzliche kann festgehalten werden, dass sowohl die Rürup- wie auch die Riester Rente während der Sparphase vom Staat gefördert werden. Im Rentenalter unterliegen dafür die Rentenleistungen der Besteuerung. Bei den meisten Verbrauchern lohnt sich dieses Geschäft, da auf die Förderungen Zinsen abfallen, die wiederum das Vermögen vermehren.

Wie wird genau gefördert?

Die Riester Rente wird über sogenannte Zulagen, die direkt von der zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) in den jeweiligen Riestervertrag eingezahlt werden, und über Steuervergünstigungen gefördert. Die Rürup Rente wird lediglich über Steuervergünstigungen subventioniert.

Bei beiden Produkten müssen die Steuervorteile über die Einkommenssteuererklärung beantragt werden. Der Sparer erhält dann die zu viel gezahlten Beiträge einmal im Jahr zurückerstattet. Bei der Riester Rente muss jedoch noch beachtet werden, dass die gewährten Zulagen von der Steuerrückerstattung abgezogen werden. Denn es wird nicht doppelt gefördert.

Wo wird besser gefördert?

Durch die Zulagen, die in eine Riester Rente direkt fließen, rechnet sich diese Form vor allem für Geringverdiener besser. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass die Förderquote bei der Riester Rente etwas höher liegt als bei der Rürup Rente. Denn diese kann im Gegensatz zur Riester Rente erst im Jahr 2025 voll steuerlich geltend gemacht werden.

Riester Rente wird nur bis zum Beitrag von 2.100 € p.a. gefördert

Bis zu einem jährlichen Beitrag von 2.100 Euro ist die Riester Rente aus Fördergesichtspunkten die bessere Alternative. Darüber müsste auf die Rürup Rente zurückgegriffen werden. Denn der absetzbare Beitrag ist wesentlich höher.

Der Nachteil bei der Riester Rente ist der im Vergleich sehr niedrig geförderte Jahresbeitrag von 2.100 Euro. Für darüber liegende Beiträge gibt es keine Förderung mehr. Anders in der Rürup Rente. Hier können im Jahr 2014 rund 78 % (ab 2015 80 %) der Beiträge bis maximal 20.000 Euro (verheiratete 40.000 Euro) steuerlich geltend gemacht werden.

Besteuerung der Rentenzahlungen

Was bei der Riester Rente allerdings beachtet werden muss, dass die Rentenleistungen voll versteuert werden müssen. Bei der Rürup Rente unterliegen die Rentenzahlungen erst im Jahr 2040 der vollen nachgelagerten Besteuerung. Im Jahr 2014 müssten lediglich 68 % der Leistung aus dem Vertrag versteuert werden.

Förderung und Steuerlast zusammen betrachten

Was sich nun mehr lohnt, die Rürup- oder Riester Rente, kann nur in Zusammenhang mit der Förderung und der voraussichtlichen Steuerlast im Rentenalter aufgezeigt werden. Ein sehr gutverdienender Angestellter, welcher nur noch 5 Jahre bis zur Rente hat, kann unter Umständen mit einer Rürup Rente besser fahren, als mit der Riester Rente.

Da die Rentenleistungen einer geringeren Besteuerung unterliegen als bei der Riester Rente. Das muss allerdings individuell von einem Experten errechnet werden. Die Betrachtung der Nachsteuerrendite kann Aufschluss über die Sinnhaftigkeit eines Vorsorgewegs geben.

Produktmerkmale unterscheiden sich sehr

Als weiteres Entscheidungskriterium sollte sich jeder die Merkmale der Produkte ansehen. Das Flexiblere ist in jedem Fall die Riester Rente. Denn hier können zu Rentenbeginn förderunschädlich bis zu 30 % des Kapitals entnommen werden. Das ist bei der Rürup Rente nicht möglich. Die Sparer kommen bei dieser Form nicht mehr an ihr Kapital.

Das kann frühestens ab dem 62. Lebensjahr verrentet werden (bei Vertragsbeginn vor 2012 ab dem 60. Lebensjahr). Bei einer Riester Rente kann man sogar vor Rentenbeginn die Beiträge entnehmen. Doch Vorsicht, dann müssten sämtliche Förderungen zurückerstattet werden. Auch in Bezug auf die Vererbung punktet die Riester Rente, denn das Guthaben kann auf den Ehepartner übertragen werden.

Das ist bei der Rürup Rente grundsätzlich nicht möglich. Wobei viele Anbieter mittlerweile einen kostenlosen Todesfallschutz in die Policen eingebaut haben. Was den Anlagemotor anbelangt, ist die Rürup Rente vorne, denn die Anbieter müssen nicht die eingezahlten Beiträge zum Laufzeitende garantieren.

Dadurch können auch fondgebundene Varianten ohne Garantie abgeschlossen werden. Doch dieser Nachteil ist erfahrungsgemäß bei den Verbrauchern kein wirklicher Nachteil. Denn diese wünschen sich für die Rente eh mindestens das eingezahlte Kapital als Sicherheit.

Fazit

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es für die Betrachtung der Nachsteuerrendite immer sinnvoll ist, die Rürup und die Riester Rente gegenüberzustellen. Nur so können Verbraucher erkennen, ob sich die Rürup- oder Riester Rente besser rechnet. Grundsätzlich ist für Geringverdiener die Riester Rente durch die Zulagenförderung interessanter als die Rürup Rente.

Bei den Produktmerkmalen hat die Riester Rente in vielen Fällen aufgrund der Flexibilität die Nase vorn. Um seine Rentenlücke zu schließen, wird allerdings auch die Riester Rente alleine niemals ausreichen. Was viele nicht wissen, die Riester Rente wurde 2001 ins Leben gerufen, um das damals abgesenkte gesetzliche Rentenniveau auszugleichen. Nur eine Kombination verschiedener Lösungen hilft den meisten Verbrauchern wirklich weiter.


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von Björn Maier

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