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3 Tipps für den richtigen Aufbau einer Rente

Altersvorsorge 23. Dezember 2013

Wie man sich am besten eine Rente für das Alter aufbaut

3 Tipps für den richtigen Aufbau einer RenteWer über die Rente nachdenkt, sieht oft den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. In den Medien wird ständig darüber berichtet, dass man mit großer Wahrscheinlichkeit eine Rentenlücke hat. Die Finanz- und Versicherungsbranche verspricht uns, das Problem mit ihren Produkten zu lösen.

Und die Verbraucherschützer warnen vor allzu teuren Altersvorsorgeprodukten. Doch wie soll man das Thema am besten angehen? Wir möchten mit unserem Artikel über den richten Aufbau einer Rente, Licht ins Dunkel bringen und aufzeigen wie man das Thema richtig anpackt.

1. Lücke für die Rente berechnen

Bevor man ein entsprechendes Sparprodukt für die Rente wählt, muss man zum einen wissen ob man dieses Produkt überhaupt benötigt. Und wenn ja, wieviel man sparen muss um seine Rentenlücke zu schließen. Dafür ist es zuerst einmal wichtig seine Rentenlücke zu kennen. Aber was versteht man genau unter einer Rentenlücke?

Eine Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem Einkommen, welches man im Alter zum Leben benötigt und den Einnahmen die bereits durch eine bestehende Vorsorge (zum Beispiel die gesetzliche Rentenversicherung) vorhanden sind. Eigentlich ganz einfach, oder?

Wenn da nicht die vielen Unbekannten wären. Denn es ist sehr schwer zum jetzigen Zeitpunkt die voraussichtlichen Einnahmen im Alter zu planen. Diese hängen nämlich unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • Der zukünftigen Inflation,
  • dem Einkommen bis zum Rentenalter,
  • den Zinsen die man mit Vorsorgeprodukten erwirtschaftet,
  • der gesetzlichen Rentenentwicklung und
  • von den zukünftigen Steuer- und Sozialabgaben.

Alle diese Faktoren müssen bei der Errechnung der Rentenlücke berücksichtigt werden. Man kann unschwer erkennen, dass man seine exakte Rentenlücke nur in Form einer Momentaufnahme ermitteln kann. Alles andere wäre Kaffeesatzleserei. Das heißt im Umkehrschluss, man muss seine Rentenlücke in regelmäßigen Abständen neu berechnen. Sonst kommt das böse Erwachen im Alter und dann ist es bereits zu spät. Aber wie genau berechnet man jetzt seine Rentenlücke?

Das heutige Nettoeinkommen ist entscheidend

Experten empfehlen circa 80% – 90% seines heutigen Nettoeinkommens als Ziel für die Altersvorsorge festzusetzen. Damit sollte ein sorgenfreies Leben im Alter gewährleistet sein.

Man geht also von einem festgelegten Einkommensziel für das Alter aus und berechnet auf dieser Basis die Rentenlücke. Wenn man nun das Einkommensziel ermittelt hat, muss man die Inflation berücksichtigen. Aktuell, im Jahr 2013, liegt diese in Europa bei ungefähr 2% pro Jahr. Das bedeutet, man muss auf sein heutiges Einkommensziel für das Alter 2% Inflation jedes Jahr bis zum Renteneintritt hinzuaddieren. Das wären bei einem Einkommensziel von 2.000 Euro Rente, in 30 Jahren 3.551,69 Euro, die man dann jeden Monat benötigen würde. Nun weiß man welche monatlichen Einnahmen man im Alter benötigt.

An diesem Beispiel kann man auch schon gut erkennen, dass eine Altersvorsorgeplanung laufend angepasst werden muss. Denn die Inflation früherer Jahre lag um ein Vielfaches höher. Und damit wären die Ergebnisse vor 10 Jahren anders ausgefallen als heute.

Eine Bestandsaufnahme bestehender Verträge ist wichtig

Als nächstes muss man eine Bestandsaufnahme der bereits bestehenden Versorgungsverträgen (z.B. private Rentenversicherungen, usw.) machen. Die Ablaufleistungen der bestehenden Verträge zieht man dann vom seinem Einkommensziel im Alter ab. Dann erhält man seine Rentenlücke. Wenn man einen Sparplan mit einer Einmalleistung hat, muss man diese zum Ablauf in eine monatliche Rente umrechnen, damit man diese von seinem Einkommensziel abziehen kann.

Steuer- und Sozialabgaben nicht vergessen

Um die Rentenlücke richtig auszurechnen, muss man noch die Steuer- und Sozialabgaben die im Alter anfallen von seinen zukünftigen Rentenzahlungen abziehen.

Da eine richtige Schätzung der zukünftigen Steuer- und Sozialabgaben schwer möglich ist, nimmt man die heutige Situation. Umso weiter die Rente in der Zukunft liegt, desto schwerer die Einschätzung. Die Rentenlücke wird sich im Laufe des Lebens ständig ändern. Wir sprechen immer von einer dynamischen Altersvorsorgeplanung. Nicht nur die Inflation, die Steuern und Sozialabgaben ändern sich. Nein auch das Einkommen, die Zinsentwicklung und unvorhergesehene Lebensereignisse verändern ständig unseren Rentenbedarf.

Alle 3-5 Jahre sollte man die Altersvorsorge neu planen

Da sich in diesem Zeitraum bei den meisten Menschen einiges ändert, macht es Sinn alle 3-4 Jahre eine neue Berechnung der Rentenlücke vorzunehmen.

2. Die richtigen Altersvorsorgeprodukte für die Rente ermitteln

Der Markt ist voll mit Produkten für die Altersvorsorge. Es gibt staatlich geförderte Produkte wie die Riester Rente oder die Rürup Rente, aber auch staatlich ungeförderte Altersvorsorgeprodukte wie Fondssparpläne oder normale Rentenversicherungen und noch einige mehr. Doch was ist jetzt eigentlich das richtige Produkt für einen?

Zunächst einmal sollte man sich die Frage stellen, ob man ein gefördertes oder ungefördertes Altersvorsorgeprodukt haben abschließen möchte. Wenn man sich für ein staatlich gefördertes Produkt entscheidet, muss man wissen, dass man während der Sparphase ordentliche Förderungen in Form von Steuer- und Sozialabgabenvergünstigungen und Zulagen erhält.

Diese Vorteile kauf man sich aber mit einigen Einschränkungen ein. Das heißt, dass man diese Produkte meistens bis zum Rentenalter durchhalten sollte, sonst drohen Sanktionen, weil man ja Förderungen vom Staat erhalten hat. Wenn man damit kein Problem hat, sind diese Produkte durchaus sinnvoll. Wer rein auf die Rendite bei einem Produkt schaut, sollte die geförderten Produkte auf jeden Fall mit in seine Entscheidung einbeziehen, da man durch die Förderung quasi Rendite geschenkt bekommt.

Experten für die Altersvorsorge verfügen in der Regel über entsprechende Softwareprogramme, die genau berechnen können bei welcher Produktkategorie die höchste Rendite mit den Förderungen herauskommt. Man sollte hier einen entsprechenden unabhängigen Experten für die Altersvorsorge zurate ziehen.

10 Jahre späteres sparen kostest am Ende über 100.000 Euro

Die Verzinsung und die Zeit spielen auch noch eine ganz wesentlich Rolle. Wer früh beginnt, der kann sich mit denselben Beiträgen eine Menge Kapital aufbauen. Schauen wir uns mal ein Beispiel an.

Beginn im Alter von 20 Jahren im Alter von 30 Jahren
Sparrate pro Monat 100 Euro 100 Euro
Einzahlung gesamt 56.400 Euro 44.400 Euro
Zinsen 6% 6%
Endkapital mit 67 Jahren 298.721,18 Euro 157.685,20 Euro

An diesem Beispiel kann man genau erkennen, dass bei gleichen Beiträgen derjenige der 10 Jahre früher angefangen hat zu sparen, am Ende über 100.000 Euro mehr erwirtschaften konnte. Obwohl Ihn die Anlage nur 12.000 Euro mehr gekostet hat. Das liegt am Zinseszinseffekt. Und der ist gnadenlos.

So früh wie möglich mit dem Sparen für die Rente beginnen

Wer zu spät anfängt zu sparen, kann den Vorteil der frühen Sparer meistens nicht mehr aufholen. Soviel mehr an Kapital können die wenigsten aufbringen. Das liegt am Zinseszinseffekt.

Die Kosten für die Altersvorsorge im Blick behalten

Ein weiteres wichtiges Kriterium für ein passendes Altersvorsorgeprodukt sind die Kosten. Hier unterscheidet man zwischen Abschluss- und Verwaltungskosten. Die Abschlusskosten fallen in der Regel zu Beginn des Vertrags an und die Verwaltungskosten bezahlt man solange der Vertrag läuft.

Die Kosten müssen mittlerweile in jedem Produkt ausgewiesen werden und sollten bei der Entscheidung für das ein oder andere Produkt mit einbezogen werden. Allerdings sollte man nicht nur auf die Kosten schauen. Auch das zugrundeliegende Kapitalanlagemodell muss berücksichtigt werden. Denn ein günstiges Altersvorsorgeprodukt nützt einem recht wenig, wenn die Kapitalanlage dahinter zu wenig Erträge einbringt.

Zuerst das Kapitalanlagemodell ansehen und dann die Kosten

Wenn einem das Kapitalanlagemodell gefällt, sollte man das Produkt mit den niedrigeren Kosten wählen und nicht umgekehrt.

Die Verzinsung muss stimmen

Auch die Chancen auf eine ordentliche Rendite müssen bei der Auswahl der Produkte berücksichtigt werden. Die Sicherheit eines Produkts ist natürlich wichtig, sollte aber nicht übergewichtet werden. Denn zu große Garantien sind über lange Laufzeiten unnötig und kosten zu viel Geld und damit Rendite. Ein Beispiel dazu:

Verzinsung p.a. 7% 4%
Sparrate pro Monat 100 Euro 100 Euro
Laufzeit 35 Jahre 35 Jahre
Endkapital 172.174,03 Euro 90.297,63 Euro

Man kann sehen, dass ein falsches Sicherheitsdenken richtig Geld kosten kann. Bei durchschnittlich nur 3% weniger Verzinsung pro Jahr, fehlen über eine Laufzeit von 35 Jahren über 70.000 Euro. Natürlich soll das nicht heißen, dass man nur das größte Risiko eingehen soll. Schon gar nicht bei der Altersvorsorge. Nein, umso länger man Zeit hat zu sparen, desto weniger Garantien benötigt man. Denn man hat genügend Zeit um auch mal schlechte Phasen wieder auszugleichen. Wichtig ist ein sauberes Anlagemodell in dem Produkt.

3. Laufende Überprüfung seiner Altersvorsorge

Zuletzt ist es wichtig, die einmal abgeschlossenen Altersvorsorgeverträge immer mal wieder zu überprüfen. Oftmals gibt es Neuerungen, die man dann in seinen bestehenden Vertrag mit einbauen kann. Oder es werden andere Kapitalanlagemodelle angeboten, die bessere Renditechancen bieten. Es gilt aber, dass ein einmal abgeschlossenes Produkt nicht ständig gewechselt werden sollte.

Denn man bezahlt sonst womöglich wieder neue Abschlusskosten und das wird auf die Dauer zu teuer. Wir haben es oben schon mal angesprochen. Die Rentenlücke sollte man wie die Altersvorsorgeprodukte immer im Auge behalten, wenn man ernsthaft Altersvorsorge betreiben möchte. Man muss in jungen Jahren auf Kapital verzichten, welches man im Alter wieder zur Verfügung hat.

Es geht letztendlich um Kapitalumschichtung. Man hat im Leben alles richtig gemacht, wenn man immer einen gleich bleibenden Lebensstandard hat. Und das kann man mit dem richtigen Aufbau der Rente erreichen. Wenn man sich zu diesem Thema richtig beraten lassen möchte stehen unsere Experten für die Altersvorsorge über unsere kostenfreie Onlineberatung zu Verfügung.


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von Björn Maier

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