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Wie funktioniert der Arbeitgeberzuschuss für die private Krankenversicherung?

Private Krankenversicherung 24. Oktober 2016

Wer als Angestellter in der privaten Krankenversicherung ist, erhält von seinem Arbeitgeber einen Zuschuss zu seiner Versicherung. Das ist der sogenannte Arbeitgeberzuschuss, der gesetzlich geregelt ist.

Dieser wird jedem Arbeitnehmer steuerfrei gewährt, der eine sogenannte substitutive Krankenversicherung hat. Einfach gesagt, die PKV muss als Ersatz für die gesetzliche Krankenkasse gelten. Nur dann gilt der Anspruch auf den Arbeitgeberzuschuss.

Die von den deutschen privaten Krankenversicherungen angebotenen Tarife für die Vollversicherung, entsprechen in der Regel diesem Anspruch. Aufpassen sollte jeder bei ausländischen Gesellschaften. Hier ist nicht immer klar, ob es sich um eine echte substitutive Krankenversicherung handelt.

Wie wird der Arbeitgeberzuschuss berechnet?

Arbeitgeberzuschuss private KrankenversicherungDie Voraussetzung für den Beitragszuschuss sind im § 257 SGB V geregelt. Der Arbeitnehmer hat einen Anspruch auf fünfzig Prozent der Beiträge seiner privaten Krankenversicherung. Jedoch nur bis zum maximalen Beitrag welcher für die gesetzliche Krankenkasse fällig werden würde.

Diese Obergrenze ändert sich jährlich und bemisst sich immer nach der aktuellen Beitragsbemessungsgrenze und dem dafür geltenden Arbeitgeberanteil. Dieser ist seit einiger Zeit bei 7,3 % festgeschrieben. Im Jahr 2016 liegt der maximale monatliche Arbeitgeberzuschuss bei 309,34 EUR.

Das entspricht 7,3 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 50.850 EUR (Jahr 2016). An einem höheren Beitrag muss sich der Arbeitgeber auch nicht bei privat Versicherten beteiligen.

Beispielrechnung

Wenn der Beitrag eines PKV-Tarifs 450 Euro pro Monat hoch ist, liegt der Arbeitgeberzuschuss bei 225 Euro (50 % des Beitrags). Anders sieht es aus, wenn die Prämie bei 650 Euro ist. Hier erhält der Versicherte maximal 309,34 EUR von seinem Arbeitgeber und muss selbst 340,66 EUR bezahlen.

Dann greift nämlich die maximale Obergrenze, für die der Arbeitgeberzuschuss der privaten Krankenversicherung gültig ist. Aufpassen müssen diejenigen, die unterhalb der Versicherungspflichtgrenze verdienen und aufgrund einer Befreiung aus der GKV trotzdem privat krankenversichert sind.

Diese erhalten als Beitragszuschuss für ihre PKV maximal den Betrag den der Arbeitgeber für sie hätte entrichten müssen, wenn sie gesetzlich versichert gewesen wären.

Das bedeutet in der Praxis, bei einem Bruttoeinkommen von 2.500 EUR und PKV Beiträgen von 450 EUR beträgt der Arbeitgeberzuschuss nicht wie angenommen 225 EUR, sondern 182,50 EUR (7,3 % von 2.500 Euro). Das kann Beschäftigte in Eltern- aber auch Altersteilzeit treffen.

Die Pflegepflichtversicherung wird ebenfalls bezuschusst

Auch privat Versicherte haben über ihr PKV Unternehmen eine Pflegepflichtversicherung. Hieran beteiligt sich der Arbeitgeber im gleichen Verhältnis wie für die private Krankenversicherung. Die Obergrenze für die Pflegepflichtversicherung liegt im Jahr 2016 bei 49,79 EUR.

Private Pflegeversicherung wird nicht bezuschusst

Die sehr wichtige private Pflegezusatzversicherung unterliegt nicht wie die Pflegepflichtversicherung dem Arbeitgeberzuschuss. Diese Beiträge müssen selbst aufgebracht werden.

Zuschuss gilt auch für Familienangehörige

Der Arbeitgeberzuschuss für die private Krankenversicherung gilt auch für Familienmitglieder wie beispielsweise Kinder oder für den Ehepartner. Das bedeutet, die Beiträge für alle Familienmitglieder werden zusammengerechnet und der Arbeitgeber bezuschusst bis zur maximalen Obergrenze von 309,34 EUR (Jahr 2016).

Zu beachten ist, dass es nur für den Teil der Beiträge den Arbeitgeberzuschuss gibt, welcher für die eigene PKV nicht benötigt wird. Wenn die 309,34 EUR bereits für die eigene PKV ausgeschöpft sind, erhält der Versicherte für seine Familienangehörigen keinen weiteren Arbeitgeberzuschuss.

Weitere Voraussetzung für den Zuschuss ist, dass die Familienmitglieder ansonsten über die gesetzliche Familienversicherung versichert wären. Wenn diese aber in einer gesetzlichen Familienversicherung bleiben, muss der Arbeitgeber diese nicht bezuschussen.

Tipps zum Arbeitgeberzuschuss in der PKV

  • Die Beiträge für die PKV müssen nachgewiesen werden: Als Kunde erhält man von seiner privaten Krankenversicherung einen schriftlichen Nachweis (Arbeitgeberbescheinigung) über die Höhe der zu zahlenden Prämien. Diesen muss man seinem Arbeitgeber vorlegen, damit er den Zuschuss berechnen kann.
  • Arbeitgeberzuschuss wird an den Arbeitnehmer bezahlt: Der Arbeitnehmer erhält den Zuschuss vom Arbeitgeber direkt mit dem Gehalt auf sein Nettoeinkommen (steuerfrei) ausgezahlt. Die Beiträge werden also nicht an die private Krankenversicherung bezahlt.
  • Beitragsrückerstattungen müssen nicht verrechnet werden: Sollte der Tarif eine Beitragsrückerstattung vorsehen, dürfen die privat Versicherten diese behalten und müssen sie nicht mit dem Arbeitgeberzuschuss verrechnen.
  • Das Krankentagegeld wird ebenfalls bezuschusst: Auch auf den Beitragsanteil, welcher auf das Krankentagegeld fällt beteiligt sich der Arbeitgeber.
  • An einem Selbstbehalt (SB) beteiligt sich der Arbeitgeber nicht: Wer in seinem Tarif einen SB vereinbart hat, muss diesen alleine tragen. Hieran muss sich der Arbeitgeber nicht beteiligen. Sollte er es dennoch machen, gilt dies unter Umständen gegenüber dem Finanzamt als geldwerter Vorteil.
  • Es muss sich um eine substitutive Krankenversicherung handeln: Das bedeutet, der Tarif der PKV muss die gesetzliche Krankenkasse ganz oder teilweise ersetzen. Hierbei ist es wichtig, dass der Krankenversicherer auf sein ordentliches Kündigungsrecht verzichtet und der Tarif Altersrückstellungen bildet. Außerdem muss ein Tarifwechselrecht in einen gleichartigen Tarif der Gesellschaft verankert sein. In der Regel handelt es sich bei der PKV-Vollversicherung von deutschen Krankenversicherern um eine substitutive Krankenversicherung.


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von Björn Maier

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